Die Branche konnte in den letzten Jahren ihre Wettbewerbsfähigkeit entscheidend erhöhen; dafür sprechen sowohl die verstärkte Orientierung auf ausländische Märkte als auch die Zunahme der Arbeitsproduktivität.
Brandenburger Produkte wie z.B. Spreewälder Gurke, Werderaner Ketchup, Neuzeller Schwarzbier, Prignitzer Cornflakes und Cottbuser Kekse machen die Hauptstadtregion auf kulinarische Weise weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.
- mit 3,2 Mrd. EUR Umsatz drittstärkste Branche in Brandenburg (Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr um fast 10 %)
- mehr als 11.000 Arbeitskräfte in über 140 Unternehmen
- mehr als 70% der brandenburgischen Unternehmen des Ernährungsgewerbes gehören zu den vier Teilbranchen Schlachtung/Fleischvermarktung, Backwaren, Obst- und Gemüseverarbeitung, Molkereien
- Mehrzahl der Unternehmen hat weniger als 50 Mitarbeiter
- 9 Großbetriebe mit mehr als 200 Mitarbeitern (Campina, Eberswalder Wurst, Vion, Mineralquellen Bad Liebenwerda, Birkenhof sowie vier Großbäckereien mit eigenen Filialsystemen)
(Statistische Angaben von 2008)
Forschung und Entwicklung
Die Hauptstadtregion verzeichnet im ernährungsrelevanten Bereich eine einzigartige Dichte von wissenschaftlichen Einrichtungen .
Zahlreiche kleine und mittelständische Firmen nutzen dieses Potential und sind Träger von Forschung und Entwicklung.
Netzwerk
Brandenburger ErnährungsNetzwerk (BEN) e. V.
Wesentliche Ziele des GRW-Netzwerks:
- Verbesserung des Bekanntheitsgrades regionaler Produkte und damit der produzierenden Unternehmen
- Transparenz der Leistungsfähigkeit der Unternehmen
- Erhöhung des Grades der Produktneuheiten, entsprechend der neuen Markttrends
- Verstärkung der kooperativen Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen
- stärkere Einbeziehung wissenschaftlicher Einrichtungen
- Erhöhung der Innovationsbereitschaft und Verbesserung der Innovationsfähigkeit der Unternehmen
- Verstärkung der Lobbyarbeit für die Branche
- Verbesserung des Branchenimages
- Sicherung des Fachkräftebedarfes
Inhaltliche Schwerpunkte:
- gemeinsames Marketing
- Beteiligung auf nationalen und internationalen Messen
- Initiierung von Produktentwicklungen und Technologieinnovationen
- Entwicklung von logistischen Lösungen
- Qualifizierungsmaßnahmen
- Initiierung der Zusammenarbeit mit relevanten Wissenschaftseinrichtungen zur Erhöhung der Energieeffizienz
- Stärkung der Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Betrieben und Interessenverbänden
Anzahl Netzwerkpartner: fast 50 Mitglieder
Branchentransferstelle
Branchentransferstellen bieten Ihrem Unternehmen optimale Unterstützung bei der Entwicklung Ihrer innovative Ideen: von der Kontaktvermittlung zu relevanten Experten über die Beantragung von Fördermitteln bis hin zur administrativen Abwicklung des Kooperationsprojektes.
Für Ihre Branche gibt es folgende Transferstelle in der Hauptstadtregion:
Branchentransferstelle Ernährungswirtschaft
Projektleitung: Ines Gromes
Projektträger: Institut für Lebensmittel- und Umweltforschung e.V. (ILU e.V.)
Kontaktdaten: Branchentransferstelle Ernährungswirtschaft
Arthur-Scheunert-Allee 40/41
14558 Nuthetal
Telefon: +49 (33200) 89107
Telefax: +49 (33200) 89120
E-Mail: branchentransfer@ilu-ev.de
Weitere Informationen erhalten Sie über das Netzwerk der Technologietransferstellen im Land Brandenburg iq brandenburg.
Für das Branchen-Kompetenzfeld relevante Wissenschaftseinrichtungen
Hochschulen
Universität Potsdam
Lehrstuhl für Biochemie der Ernährung
Schwerpunkte:
biochemische Zusammenhänge der Störung der Stoffwechselkontrolle durch die Leber im Rahmen von Krankheiten und überschießende Entzündungsreaktionen (z.B. Wechselspiel zwischen Hormon-, Cytokin- und Prostanoid-Rezeptorsignalketten und deren Auswirkungen auf den Glucose- und Fremdstoffmetabolismus)
Lehrstuhl für Ernährungstoxikologie
Schwerpunkte:
Rolle der chronischen Entzündung des Dickdarmgewebes in der chemisch-induzierten Dickdarmkrebsentstehung, Entwicklung eines nicht-invasiven Verfahrens zur Früherkennung von Dickdarmkrebs beim Menschen, Zusammenhang zwischen Energiestoffwechselstörungen und Lebertumorentstehung, Etablierung und Validierung einer Testplattform zum Nachweis der gesundheitsfördernden Wirkungen von Lebensmittelinhaltsstoffen
Lehrstuhl für Lebensmittelchemie
Schwerpunkte:
Bioverfügbarkeit, Biokinetik und Biotransformation sekundärer Pflanzenstoffe (SPS) aus der Gruppe der Polyphenole und Carotinoide; Wechselwirkungen zwischen ausgewählten sekundären Pflanzeninhaltsstoffen als Bestandteile von Lebensmitteln und Hauptnährstoffen; ernährungsphysiologische und technofunktionelle Eigenschaften in komplexen Lebensmittelmatrizen
Lehrstuhl Physiologie und Pathophysiologie der Ernährung
Schwerpunkte:
Modulation ernährungsrelevanter Biomarker im Zusammenhang mit physiologischen und pathophysiologischen Vorgängen (z.B. Nierenfunktion, Einfluss von Entzündungen, dem Krebsgeschehen und neurologischen Krankheitsbildern bei Mensch und Tier), Identifikation von Zielmolekülen in der Nahrung und im Organismus für nutritive und nicht-nutritive Nahrungsbestandteile (Nutriproteomics)
Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Abteilung Biochemie der Mikronährstoffe
Schwerpunkte:
biochemische und molekulare Mechanismen von Mikronährstoffen (insbesondere Spurenelement Selen), von Vitamin E und von anderen redox-aktiven Nahrungsbestandteilen und ihre Rolle in physiologischen und pathophysiologischen Prozessen
Abteilung Endokrine Pharmakologie
Schwerpunkte:
molekulare Mechanismen des Glucosetransports und seiner hormonellen Regulation
Abteilung Epidemiologie
Schwerpunkte:
Beziehungen zwischen Ernährungs- und Lebensstilfaktoren, biologischen Parametern und dem Risiko für das Auftreten chronischer Erkrankungen (z.B. Krebserkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes mellitus)
Abteilung Ernährungstoxikologie
Schwerpunkte:
Bildung chemisch reaktiver Stoffwechselprodukte aus nicht-nutritiven Inhaltsstoffen von Lebensmitteln; Wirkung dieser Stoffe auf den Organismus; Wirtsfaktoren, die diese Bioaktivierung und mögliche Inaktivierungen vermitteln
Abteilung Gastrointestinale Mikrobiologie
Schwerpunkte:
Einfluss von Bakterien bei der Entstehung bestimmter Darmerkrankungen, Einfluss von Inhaltsstoffen von Nahrungsmitteln oder deren Abbauprodukte auf die Besiedelung im Darm
Abteilung Klinische Ernährung
Schwerpunkte:
Pathogenese der häufigsten Zivilisationskrankheiten (z.B. Übergewicht, Diabetes mellitus und Metabolisches Syndrom) durch nahrungsabhängige Komponenten
Abteilung Molekulare Genetik
Schwerpunkte:
Zentrale Regulationsmechanismen der Nahrungsaufnahme, Struktur/Funktion von Neuropeptidrezeptoren, molekulare und biochemische Charakterisierung des Geschmacks- und Geruchssinnes
Abteilung Pharmakologie
Schwerpunkte:
molekulare Ursachen des Metabolischen Syndroms (Adipositas, Insulinresistenz, Diabetes mellitus Typ 2, Hypertonie, Fettstoffwechselstörungen)
Abteilung Physiologie des Energiestoffwechsels
Schwerpunkte:
physiologische und molekulare Mechanismen der Entwicklung von Adipositas und assoziierten Stoffwechselerkrankungen
Institut für Getreideverarbeitung GmbH
Bereich Analytik
Schwerpunkte:
Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz, Entwicklung neuer Prüfmethoden, chemisch-physikalische Untersuchungen in Lebensmitteln, pflanzlichen Rohstoffen bzw. Verarbeitungsprodukten
Bereich Backwarentechnologie
Schwerpunkte:
Neuartige Fertigungsverfahren und Rezepturen für Back- und Konditoreiwaren, Backwaren und/oder deren Zutaten mit ernährungsphysiologischem Zusatznutzenbetriebsspezifischen Produktions-Analysen zur Optimierung der Produktqualität
Bereich Biogene Werkstoffe
Schwerpunkte:
Entwicklung neuer, industriell nutzbarer Materialien aus natürlichen, biopolymeren Rohstoffen; Nutzung von Getreide in technischen Anwendungen
Bereich Biotechnologie
Schwerpunkte:
Photobioreaktortechnik, Produktion und Applikation von Mikroalgen, Entwicklung neuer Konzepte zur Biomasseabtrennung, Trocknungstechnologien, Extraktionstechniken und –technologien, Wirkstoffe aus Algen (Wirkstoffcharakteristik, -formulierungen, Verfahren zur Isolierung von Wirkstoffen)
Bereich Lebensmitteltechnologie
Schwerpunkte:
Analyse, Aufbereitung und Verarbeitung von Getreide, Sonderkulturen, Ölsaaten, Kräuter und Gewürze
Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau
Schwerpunkte:
Adventivwurzelbildung und Jungpflanzenproduktion, Embryogenese und Samenentwicklung, biologische Grundlagen des Pathogenmanagements, Ertrags- und Qualitätsphysiologie unter Umweltstress, Nährstoffflüsse im Gartenbau, Nachhaltigkeit und Stabilität von Bewirtschaftungssystemen, Armutsbekämpfung und Lebensqualität durch Anbau von Gemüse- und Zierpflanzen
Milchwirtschaftliche Lehr- und Untersuchungsanstalt
Bereich Analytik
Schwerpunkte:
Nachweis und Identifizierung von Krankheitserregern und Verderbniserregern, Hygienekontrollen, Trinkwasseranalytik, Reinigungs- und Desinfektionsmitteltest; Nachweis von Gentechnischen Veränderungen im Lebens- und Futtermittel; Sensorische Prüfungen, Profilanalysen von Produkten